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GLAUBEN(s)LEBEN | Predigten

Den Seinen gibts der Herr im Schlaf

 

Teil 1 einer Teampredigt zum Erntedankfest 2012

Die gesamte Predigt kann HIER angeschaut werden.

 

Text zur Hinführung:

Prediger 8,16 Ich bemühte mich, die Weisheit kennen zu lernen und das Tun und Treiben auf dieser Welt zu verstehen. Doch ich musste einsehen: Was Gott tut und auf der Welt geschehen lässt, kann der Mensch nicht vollständig begreifen, selbst wenn er sich Tag und Nacht keinen Schlaf gönnt. So sehr er sich auch anstrengt, alles zu erforschen, er wird es nicht ergründen! Und wenn ein weiser Mensch behauptet, er könne das alles verstehen, dann irrt er sich!

 

Vorbemerkung:

 

Kennen sie Peter Lustig?

Ende der 70er habe ich als Jugendliche eine der ersten Sendungen von „Löwenzahn“ gesehen. In dieser Folge hatte sich Peter Lustig - mit einem Päckchen Wildblumensamen und einer Gießkanne ausgerüstet - in die Nacht raus geschlichen. An der kargen Baumscheibe vor seinem Haus verstreute er den Inhalt des Päckchens und begoss es anschließend gründlich. In den folgenden Nächten wiederholte er den Wässerungsvorgang und mit der Zeit wuchs eine bunte Mischung „Unkraut“, welche Schmetterlinge und andere Insekten anlockte.

Seit dieser Sendung ist meine Leidenschaft fürs wilde Gärtnern entfacht und ich habe es Peter Lustig schon oft nachgemacht. Wie erstaunt war ich, als ich letztes Jahr erfuhr, es gäbe eine neue Bewegung aus der USA, die sich „Guerilla Gardening“ nennt und genau das gleiche Anliegen vertritt, wie Peter Lustig vor 30 Jahren.

Eine der Erfindungen des „Guerilla Gardenings“  sind sogenannte „SeedBalls“: Kleine Kugeln aus Erde und Tonpulver, die mit diversen Samen durchmischt sind und die man verwendet, um schnell, unkompliziert und kostengünstig größere Flächen zu bepflanzen. Dadurch, dass die Samen durch Erde und Ton geschützt sind, müssen sie nicht mehr untergegraben werden und es wird eine zu schnelle Austrocknung durch Sonneneinstrahlung vermieden.

Am Donnerstag hat sich eine Gruppe von Leuten aus der Gemeinde zusammengesetzt und solche Samenbälle hergestellt. Heute Nachmittag werden diese Kugeln an Spaziergänger verschenkt, um ihnen eine Freude zu machen. Die Aktion findet im Rahmen der „150 Hände für Bonn“ statt, mit der wir diesen Herbst unsere 150Jahr Feier weiter führen. Damit sollen nicht nur Pflanzen, sondern noch viel mehr gesät werden.

 

Ich lese aus Markus 4, die Verse 26 – 29

"Er (Jesus) sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.

 

Kurz und schmerzlos wird in diesem Gleichnis beschrieben, wie ein Mann sät, dann wartet er und dann erntet er. Es geht also um die Frage was ich/wir leisten können und was außerhalb unseres Leistungsvermögens steht. Was ich/wir Gott zutrauen und was der Schöpfer uns zutraut. Das Gleichnis erklärt, wie Gottes Reich wirkt und wächst. Ich werde mich in der Predigt auf den Samen konzentrieren, Daniel wird im zweiten Teil auf die Erde also den Acker eingehen.

 

I. Gottes Wort ist Samen

- Wer von ihnen besitzt einen Garten oder hat mit Gärtnern Erfahrung?

- Und wer von ihnen hat denn schon mal Pflanzen gesät?

Wenn Jesus in Gleichnissen sprach, dann holte er die Menschen immer an den Lebenserfahrungen ab, die sie verstehen konnten. Damals war es normal, dass die Menschen sich mit dem Alltag der Landwirtschaft auskannten. Durch seine Geschichten = Vergleiche war Jesus in der Lage, ihnen geistliche Inhalte verständlich zu machen. Ich bin ihm sehr dankbar dafür und erlebe, dass auch mein Alltag vieles, was uns durch die Bibel überliefert wird, erläutern kann. So besteht für mich zwischen meiner Gartenarbeit und meinem Umgang mit: Gottes Wort, seinen Zusagen und Geboten und allen Erzählungen der Bibel über unsere Geschichte mit unserem Schöpfer, ein ganz enger Zusammenhang. Dass ich den Samen in diesem Fall auf das Wort Gottes, alle seine Verheißungen und alle seine Gebote beziehe, hängt damit zusammen, dass Jesus selber bei der Erklärung eines anderen Gleichnisses, den Samen mit dem Wort Gottes vergleicht.

Hier habe ich ein ganzes Glas voller Samen. Ich habe sie selber gesammelt. Sie stammen von Pflanzen, die ich im Frühling gesät hatte, die über den Sommer geblüht haben und die ich in den letzten Wochen ernten konnte um sie dann im nächsten Jahr wieder ausbringen zu können.

Wer traut sich denn mal ganz vorsichtig in das Glas hinein zufassen?

Da  pikst was!!! Da sind nämlich auch Distelsamen drin.

Warum?

Das werde ich im Folgenden erläutern.

 

Es gibt  II. Vielfältige Samen denn Gottes Wort ist vielfältig

Für mich ist Gottes Wort vergleichbar mit einem überdimensionalen Garten, der viele verwinkelte Ecken hat, die ich noch nicht alle kenne und in dem ich mich aber viel aufhalte, damit ich den Garten und vor allen den Gärtner, den Schöpfer, immer besser kennen lernen kann. Ich möchte, dass andere sich auch an ‚diesem Garten‘ erfreuen und irgendwann mal den Gärtner kennenlernen. Und wenn sie noch nicht bereit sind, selber hineinzugehen, dann pflücke ich einfach ein paar Samen und bringe sie ihnen. Je nach Empfänger suche ich natürlich auch die Samen aus. Wenn einer Sonnenblumen mag, dann fange ich natürlich damit an und werde jemanden, der gegen  Korbblütler allergisch ist, keine Dalien bringen. Es gibt zwar nur einen Gott, aber er hat viele Möglichkeiten erschaffen, ihm zu begegnen und ihn kennenzulernen. Also: Wenn mich jemand nach meinem Glauben fragt, überlege ich natürlich, was ich in diesem Moment diesem speziellen Menschen erzählen kann, damit er mich auch versteht. Aber auf Dauer werde ich versuchen ihm den Garten selber schmackhaft zu machen, damit er sich selber überzeugen kann, wie schön es dort ist und welch ein Privileg es ist, den Erschaffer des Gartens nicht nur zu kennen, sondern auch sein Kind zu sein und vor allem, dass er dort findet was ihm gut tut.

Aber III. Gottes Wort darf nicht selektiv behandelt werden

Denn: Monokultur führt in der Landwirtschaft auf Dauer zu totem Boden. Genauso ist es, wenn wir Gott auf das Wenige reduzieren, was uns in den Kram passt, bzw. von dem wir meinen, dass wir es verstanden haben. Manchmal haben wir, unsere Freunde oder Nachbarn eine ganz bestimmte Vorstellung von dem, wie der Garten auszusehen hätte, bzw. wie Gottes Wort sein sollte, bzw. wie Gott zu sein hätte! Kann ich dann einfach hingehen, und die Pflanzen, die dort wachsen, mir und ihnen zuliebe raus reißen oder Gottes Verheißungen nach deren Willen oder meinem eigenen Willen einfach negieren oder verbiegen?

Und darum sind auch Disteln im Glas:

Wenn man alle Disteln oder Brennnesseln aus den Gärten verbannen würde, dann kämen keine Schmetterlinge mehr. Denn genau diese vermeintlich unansehnlichen Pflanzen sind die Futterpflanzen für die Raupen. Und dann wundern sie sich, dass es keine Schmetterlinge im Garten gibt. Also, wer Schmetterlinge will, muss die Disteln aushalten!

Und wie ist es mit Gottes Wort? Ich weiß nicht, wie Ihnen das geht!  Es gibt schon so einige Stellen in der Bibel, die mich wie Disteln stechen oder von denen ich wie bei Brennnesseln einen Ausschlag bekommen könnte. Aber wenn ich diese Passagen  herausreiße, dann sieht nicht nur meine Bibel zerfleddert aus. Ich kann Gott, meinen Schöpfer nur wirklich begreifen und erfahren, wenn ich bereit bin sein GANZES Wort und seine ganzen Werke zuzulassen. Auch die Aussagen, die mir gegen den Strich gehen oder die ich einfach nicht verstehe. So sagt der englische Alttestamentler Robert Carroll: „Die Abschnitte, die mich in der Bibel interessieren, sind gerade die, die die meisten Schmerzen verursachen – die verstörenden Aussprüche und Kapitel, die den Verstand durcheinander bringen und mir den Schlaf rauben; die Abschnitte, die zu unserer Lehre nicht recht passen und das häusliche Leben der Religionen verspotten, die auf die Bibel schwören.“ Und Paulus ermahnt Timotheus in seinem 2. Brief: „Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden.“2. Timotheus 4, 2+3 Das muss man nicht nur auf seine Zuhörer beziehen, sondern kann sich da auch ruhig an die eigenen Nase packen. Es verbietet uns aber nicht, fragend und zweifelnd unser Unverständnis vor Gott zu legen. Paulus‘ Aufforderung ist aber kein Freibief unbarmherzig und rechthaberisch miteinander umzugehen. Vielleicht ist es ja gerade die Frage des anderen, die uns die Augen für Gottes Antwort öffnet.

Denn  IV. Gott selber übernimmt die Verantwortung für Sein Wort

Ich bin der Überzeugung, dass alles in der Bibel Gottes Willen ausdrückt und dass unser Schöpfer die unterschiedlichsten Menschen inspiriert hat, uns seinen Willen kundzutun, und dass es Sein Wille ist, diese Samen auszubringen. Und ich bin der Überzeugung, dass Gottes Wort wahr ist!

So hat Gott auch Petrus inspiriert, uns Folgendes zu überliefern:

Habt ihr eure Seelen gereinigt im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe, so habt euch untereinander beständig lieb aus reinem Herzen. Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt. Denn »alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen;

und dann zitiert er noch aus Jesaja 40,6-8:

… „des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit“ Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist.“ 1.Petrus1,22ff. So von Petrus im ersten Kapitel des 1. Petrusbriefes aufgeschrieben.

Gottes Wort ist also ein Samen, der ewig bleibt, so wie alles, das aus diesem Samen entstanden ist.

So sagt uns Jesus selber im Johannesevangelium: „Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.“ (Johannes 8,51)

Es geht um nichts anderes als das LEBEN! Alles, was nicht von Gott ist, wird sterben, was von Gott ist wird leben.

Dass etwas wächst und lebt, kann ich nicht machen!!! Das ist Aufgabe des Schöpfers. Dass der Garten so üppig und vielfältig ist, ist nicht mein Verdienst, sondern Verdienst des Gärtners und Er bestimmt, was da wachsen soll.

Ich vermute mal, dass die meisten hier mit mir darüber einig sind, dass der christliche Schöpfergott, so wie er in der Bibel beschrieben wird, der Erschaffer allen Lebens ist!?

Und dass nur er in der Lage ist Leben zu schaffen?

Das Leben selber wird von Gott erschaffen. Das ewige Leben ist nur Sein Tun!!!

Gott selber hat sich eine Dornenkrone aufsetzen lassen. Jesus, der das lebendige Wort ist, hat sich foltern und ermorden lassen, damit wir das ewige Leben haben. Das ist harte Kost, die uns nicht immer gefällt. Der Schöpfer der Welt hätte es sich doch viel einfacher machen können. Aber der, der das Leben ist, bestimmt auch den Weg zum Leben, zum ewigen Leben!

Wenn die Helfer nachher die SeedBalls verteilen: Dann haben sie eine Saat gesetzt, dessen „Schicksal“ nicht mehr in ihrer Hand ist. Da können, sollen, dürfen sie jetzt den Dingen ihren Lauf lassen und es Gott überlassen, was aus dem Samen wachsen wird. Sie können sich ausruhen und Gott machen lassen. Auch ist es Gott selber, der bestimmt, ob die Ernte gelungen ist oder nicht: Welche Früchte taugen oder nicht! „Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.“ (Matthäus 13,30) Sagt Jesus im Matthäusevangelium.

Also, wenn ich/wir ‚sähe/n‘, dann bedeutet dies:

1. Ich nehme die vielfältigen ‚Samen‘ = Gottes Wort und pflanze ihn ein, bei mir oder bei meinen Mitmenschen.

2. Auch die Samen, die ich persönlich oder mein Ansprechpartner jetzt nicht unbedingt als attraktiv erachten, müssen gesät werden, denn Gott selber hat sie geschaffen. Da Gott barmherzig mit unseren Fragen umgeht, darf ich das auch!

3. Gott selber ist derjenige, der sein Wort = Frucht aufgehen lässt, wann, wo und wie ER will. Ich habe jetzt nix mehr zu tun. Ich darf mich aufs Ohr hauen und Seine Souveränität respektieren. Die guten Werke = Die Früchte und somit neuen Samen darf ich mit großer Freude einsammeln, um mich und andere wieder damit zu beschenken. Die schlechten Samen, das was schädlich ist, wird Gott selber vernichten.

 

© M. Hofmann

AKTUELLES

 

einzigARTich|Ausstellungen

"ABC der Gnade"

Gruppenausstellung des Kunst-Forums der FeG Bonn

20.11.2016 Vernissage

Dauer 12 Monate

 

 

 

 

 

 

 

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Ich hoffe auf und bitte um das Verständnis der ehrenwerten Leser!

 

 

 

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