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KunstVomGlauben

Radierung

Druckgrafische Techniken haben mich bereits in der Schule sehr fasziniert. Mit Linoldruck habe ich schon einiges zu Hause gestalten können. Radierungen erfordern Werkzeuge und Materialien, die man sich nicht so einfach daheim ins Atelier stellen kann. Anfang 2014 durfte ich mal rein schnuppern und und seit dem setzte ich mich, unter der hervorragenden Anleitung von Victoria Westmacott-Wrede im arte fact-werkstatt für Kunst e.V., mit dieser Tiefdrucktechnik intensiver auseinander.

 

Worin liegt die Faszination der Radierung?

Ich benutze Kupferplatten. Bevor sie für den Druck geeignet sind, müssen sie sehr gut poliert werden und die Kanten werden entschärft. Alles ist glatt, weich und klar. Wenn ich jetzt diese perfekte Platte zum Drucken verwenden würde, wäre das Ergebnis gleich null. Darin sehe ich ein Gleichnis zu meinem Leben.

Man wünscht sich immer das perfekte, glatte Leben, ohne Kanten und Ecken. Aber erst wenn ich die Platte bearbeite, sie kratze, mit Säure malträtiere, in die Kerben die Druckfarbe gebe, den enormen Kräften der Druckpresse aussetze, kann etwas Wertvolles, kostbar Schönes entstehen. Es gehört Geduld dazu und auch Sorgsamkeit. Mit der Zeit nutzen die Kerben sich im Druckprozess ab. Irgendwann ist die Platte nicht mehr zu gebrauchen. Eine Neue muss gestaltet werden.

Ein glattes, weiches Leben kann nichts Kostbares hervorbringen. Auch mein Leben hat Kerben und Rillen. Es wurde unter Druck gesetzt. In diesen harten Zeiten war es notwendig, achtsam und aufmerksam zu sein. Ich habe mich an Gottes Zusagen gehalten und somit konnte vieles Wertvolle entstehen. Ich habe schmerzhafte Erfahrungen gemacht, die mein Leben bereichern und gut machen. Aber auch diese können nicht ewig tragen. Immer wieder muss ich mich neu ausrichten, damit sich das Leben nicht abnutzt. Gott, der ultimative Schöpfer, nutzt die Rillen und Kratzer in meinem Leben, um ein wunderbares Bild entstehen zu lassen. Dies entsteht unter oft enormen Druck, aber immer nur so, wie ich es aushalten kann. Es ist nicht sein Ziel, mich zu knechten.

 

1. Korinther 10,13 Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr's ertragen könnt.

 

Ist seit Jahren einer meiner Lieblingsverse. An diese Zusage kann ich mich immer klammern.

 

 

 

Sieben "Ich bin ... " Worte Jesu

 

Die Gute Nachricht übersetzt im 1. Gebot mit "Du sollst dir kein Gottesbild anfertigen." (". Mose 20,4) Die Name "Ich bin der ich-bin-da" soll Mose und dem Volk Israel reichen. Nichts desto trotz bekommen wir im neuen Testament viele Selbstaussagen Jesu, in denen er sein Wesen und seine Berufung symbolhaft beschreibt. Mich fasziniert die Weite, mit der man diese Bilder deuten kann und ich habe versucht mit meinen Radierungen einen kleinen Einblick in meine persönlichen Deutungen, wie sie mein Leben prägen, zu geben.

 

Die Radierungen sind alle in Aquatinta Technik mit wasserlöslicher Sepia Farbe entstanden. Die Maße der Drucke betragen 10 x 10 cm, auf 110g/m² DinA5 Büttenpapier. Gemeinsam werden sie ein Künstlerbuch ergeben, welches in einer limitierten Auflage von 7 Exemplaren erscheinen soll.

Desweiteren entstehen gerade Einzelbätter der Motive auf Büttenpapier  28 x 40cm. Auch jeweils 7 Exemplare pro Motiv.

 

 

Insekten

 

Mache Insekten haben für mich symbolischen Wert.

Die Maße dieser Radierplatten betragen 15 x 15 cm, auf Büttenpapier  28 x 40 cm. Sie sind jeweils in einer Auflage von 14 Stück in schwarz gedruckt worden.

 

Hüte dich vor den Gottesanbetern: Unschuldig stellen sie ihre Frömmigkeit zur Schau. Aber wenn die Freiheit der Grille an ihnen vorbeisingt, dann ergreifen sie dich und wollen dir das Leben mit ihrer Selbstgerechtigkeit aussaugen.

 

Der Weg der Libelle: Die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. (Römer 8, 21)

 

Herr der Fliegen: Und es freut sie, sich am Kot der Verwesung zu speisen.

 

 

 

 

 

 

Menschen

 

Auch menschliche  Handlungen  können symbolische Werte haben.

Die Maße dieser Radierplatten betragen 15 x 15 cm, auf Büttenpapier  28 x 40 cm. Von jeder Platte sind je 14 Drucke angefertigt worden.

 

DrahtseilAkt: Ich vergesse was hinter mir liegt, und strecke mich aus nach dem, was vor mir ist. (Philipper 3,13)

 

Balance haltend

blicke ich nach vorn

Du hältst mich

wenn ich falle

fängst Du mich

und richtest mich

wieder auf.

© Miriam Eva Hofmann, 2015

 

AufgeTaucht: In dein Licht zieht es mich aus dem Meer meiner Sehnsucht.

 

 

Vom nackten Kaiser oder dem Wert des Narren

 

Da sitzt er nun, der Kaiser! Nackt ist er. Zum Narren hat er sich gemacht. Der Schönste, der Tollste wollte er sein und nun? Na ja, zumindest die Krone hat er noch.

Ein Kind hat ihn bloßgestellt. Ein kleines, dummes Kind! Keiner seiner Minister hatte ihn gewarnt. Sie hatten es nicht gewagt. Sie wollten sich nicht blamieren. Auch sie hatten sich zum Narren gemacht. Diese eitlen Fatzkes. Wofür hatte er sie denn eingestellt? Entlassen hat er sich jetzt. Na, wenigstens hat er noch seine Krone.

Warum hatte er bloß zu Beginn seiner Amtszeit seinen Hofnarren fort gejagt? Diese Institution, die schon seinem Vater und dem Großvater seit Generationen so treu gedient hatte. Rausgeschmissen hatte er ihn. Er konnte es nicht ertragen, immer wieder einen Spiegel vorgehalten zu bekommen. Der Narr war der Schlaue. Er hatte sich nicht beeindrucken lassen von der Krone.

Nackig, total nackig war er durch die Straßen geschritten. Gefröstelt hatte es ihn schon. Und er dachte, wegen der Aufregung! Alle - der volle Hof und das ganze Volk - hatten ihm zugejubelt. Das war ein geiles Gefühl. Das einzelne Kichern oder Schnauben, fand er schon befremdlich, konnte er aber ignorieren. Seine Krone: Die glitzerte im kalten Licht.

Und dann kam der Ruf des Kindes! Er hatte es ignoriert. Jedoch die Menge hatte es gehört. Der Damm war gebrochen. Aber er? Er wollte es nicht wahrhaben. Diese Freiheit nahm er sich nicht. Bis zum bitteren Ende hatte er die Prozession durchgehalten. Den Spott ausgehalten, die Demütigung und nur, weil er zu stolz war, der Wahrheit ins Auge zu schauen. Und alle Minister und der ganze Hofstaat waren dabei. Seine Krone? Die hatte nur den Kopf bedeckt.

Tja und jetzt? Jetzt sitzt er einsam im Thronsaal. Keiner traut sich in seine Nähe. Er ist bekannt für seine Wutanfälle. Aber wenn er so über den Tag nachdenkt? Irgendwie ganz lustig! Blamiert ist er schon, aber was für einen Spaß hatte er doch eigentlich gehabt. Das wird schon wieder. Diesen Tag wird er nicht vergessen, nie, niemals! Die Krone ist ihm geblieben.

Den Narren wird er zurückholen. Seiner ungeschönten Wahrheit will er sich zukünftig stellen. Vielleicht würde er mit ihm tauschen? Der Kaiser sollte ab jetzt die Narrenkappe tragen. Der Narr hat ein größeres Anrecht auf die Krone.

Narren dienten an Fürstenhöfen nicht nur der Belustigung. Sie hatten auch die Funktion, die Herrschenden auf ihre Sündhaftigkeit und Sterblichkeit aufmerksam zu machen. Der Hofnarr war ein fester Bestandteil, der mit seiner Narrenfreiheit das Recht hatte, auch unliebsame Wahrheiten uneingeschränkt aussprechen zu dürfen. Die Institution des Narren war schon im römischen Reich bekannt. Vielleicht hat Paulus auch an  diese „Hofnarren“ gedacht, als er sich im 1. Korintherbrief, im 4. Kapitel selber den Titel des Narren aneignet.

© Miriam Hofmann,2015

Der NarrenKaiser, Aquatinta und Strichätzung,© Miriam Hofmann,2015

Blind Spots

 

- Zur Kennzeichnung von Sehbehinderung hat sich das Symbol von drei schwarzen Punkten i.e. Flecken auf gelben Grund durchgesetzt.

- In der Augenheilkunde wird eine Verdunkelung im Gesichtsfeld als „Blinder Fleck“ bezeichnet, der in der Regel nicht wahrgenommen wird, da die Umgebung des Feldes und auch das andere Auge die fehlende Wahrnehmung ausgleicht.

- In der Psychologie bezieht sich der Ausdruck „Blinder Fleck“ auf die Unfähigkeit in einem Gesamtzusammenhang ein Detail oder einen bestimmten Aspekt wahrzunehmen.

 

Es ist immer wieder spannend, wenn man unvermittelt seine eigenen „Blinden Flecke“ überwindet. Die Wahrnehmung wird erweitert und man bemerkt plötzlich Dinge, die einem schon immer vor Augen standen, die einem jedoch „noch“ nicht sichtbar waren. Eine Wahrheit, die bisher verborgen war, wird schlagartig offenbar. Was für ein Glücksgefühl!

 

„Ich sehe was, was du nicht siehst!“ Viele von uns kennen das Phänomen. Manchmal verstehe ich einfach nicht, was der andere meint. Man hat einen „blinden Fleck!“ Die Ursachen können vielfältig sein, aber man kann es sich ja erläutern lassen. Unterschiedliche Wahrnehmung ist oft ein Anlass für Diskussionen und Missverständnisse. Nehme ich die Differenz als Bedrohung wahr oder als Möglichkeit meinen Horizont zu erweitern?

 

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Lässt Antoine de Saint-Exupéry den Fuchs zum Prinzen sagen. Aber Gott lässt uns in seiner Barmherzigkeit, das Wesentliche ganz offensichtlich wahrnehmen. Er macht aus seiner Wahrheit  kein Geheimnis, sondern offenbart sie jedem, der sich ihr öffnen mag.

 

„Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit.“ Römer 1,20

 

 

Bei den Abbildungen, den optischen Täuschungen, handelt es sich um Radierungen in diversen Techniken, die unterschiedliche Illusionen darstellen. Einige zeigen Flecken, die eigentlich nicht vorhanden sind, sondern erst durch sichtbare Flächen und Linien erscheinen.

Durch längere Betrachtung der drei schwarzen Flecken auf gelben Grund, erscheinen diese als weiße, wenn man den Blick auf die gelbe leere Fläche lenkt.

Je nach Lichteinfall erkennt man im schwarzen Quadrat plötzlich drei schwarze Flecken, wo vorher nichts zu sehen war.

 

© Miriam Hofmann, 2015

AKTUELLES

 

einzigARTich|Ausstellungen

"ABC der Gnade"

Gruppenausstellung des Kunst-Forums der FeG Bonn

20.11.2016 Vernissage

Dauer 12 Monate

 

 

 

 

 

 

 

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Ich hoffe auf und bitte um das Verständnis der ehrenwerten Leser!

 

 

 

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© M. Hofmann