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GLAUBEN(s)LEBEN | Schaukasten

Das erste Plakat des Jahres hat die Jahreslosung 2015 zum Thema. Die Aufforderung Paulus an die Gemeinde in Rom ist hier in der Lutherübersetzung wiedergegeben. Die Neue Evangelistische Übersetzung hat den Wortlaut: „Deshalb nehmt euch gegenseitig an, wie auch Christus euch angenommen hat, damit Gott geehrt wird!

Wie beim Liebesgebot aus Markus 12,29: „… Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. …Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beide“, geht es auch hier um eine Dreiecksbeziehung zwischen mir, meinem Nächsten und meinem Schöpfer.

Meine Gottesbeziehung drückt sich auch immer in der Beziehung zu meinen Mitmenschen aus. Wenn ich Jesus ernsthaft nachfolge, dann kann ich die Gemeinschaft mit meinen Mitmenschen nicht vernachlässigen.

Auf dem Plakat sieht man die Szene, wie Jesus seinem Jünger Petrus die Füße wäscht. Petrus scheint diese Dienstleistung wirklich unangenehm zu sein. Im biblischen Bericht erfahren wir, dass er es eigentlich verhindern wollte. Ganz verkrampft hält er seine Hände zusammen und der Gesichtsausausdruck strahlt auch nicht gerade reines Vergnügen aus. Im Hintergrund rauft sich einer der Jünger die Haare, ein anderer schaut Petrus ganz neugierig über die Schulter. Zwei Jünger haben sich in den Arm genommen, ein anderer scheint resigniert und ein weiterer eher verängstlicht. Erstaunlicherweise ist ausgerechnet Judas - ganz am Rand vom Tisch sitzend und an dem Geldbeutel, der vor ihm liegt, zu identifizieren - schon dabei sich die Schuhe zu öffnen, um sich als nächster bedienen zu lassen. Jesus selber ist ganz versunken in seine Tätigkeit. Das ist sein Wesen: Dem Nächsten zu dienen, ohne Ansehen der Person. Kurz zuvor hatte er die Tischgemeinschaft bedient. Das letzte Abendmahl hatte gerade stattgefunden. Er weiß hier in dieser Szene schon, dass er den nächsten Tag nicht überleben wird und auf qualvolle Weise erst gefoltert und dann am Kreuz sterben wird. Und er weiß schon, dass Petrus, dem er gerade die verdreckten Füße wäscht, ihn verraten wird. Er weiß hier schon, dass er ihm vergeben wird und er weiß hier schon, dass er diesem Hitzkopf und „Versager“ die letztendliche Verantwortung für die künftige Kirche übertragen wird. Der Maler dieses Bildes ist Ford Madox Brown. Er lebte und arbeitete im 19. Jahrhundert in England. Obwohl Agnostiker ging er regelmäßig in Gottesdienste. Er engagierte sich sozial, gründete u.A. eine Suppenküche und ein Büro für Arbeitslose. Das Liebesgebot aus Lukas wird von einem Schriftgelehrten zitiert. Jesus antwortet ihm daraufhin: „Du bist nicht fern vom Reich Gottes!“ Wenn man das Werk und das Leben Browns beleuchtet, könnte man sich vorstellen, dass Jesus ihm das Gleiche gesagt hätte.

Nehmt einander an, …“ So beginnt die Aufforderung der Jahreslosung. In der Guten Nachricht wird der Satz mit: „Lasst einander gelten!“ übersetzt, in einer englische Fassung: „Therefore welcome one another!“ (Nehmt einander auf!) Wenn man diesen Teil für sich alleine liest und aus dem Kontext reißt, besteht die Gefahr anzunehmen, dass hier von einer Art Toleranz, Akzeptanz oder Duldsamkeit die Rede wäre. Es geht aber weiter: „… wie Christus euch angenommen hat!“ Diese Fortführung verhindert, dass wir uns beim Annehmen nach eigenen Maßstäben und unserem Gutdünken richten können. Jesus toleriert die Menschen nicht, er liebt sie bedingungslos! Mein Nächster hat es nicht verdient, einfach nur toleriert zu werden, sondern er hat es verdient bedingungslos geliebt zu werden. Das hat Jesus getan! So schreibt Paulus in seinem Brief an die Römer: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Vor Gott ist kein Ansehen der Person. Er kennt uns durch und durch. Bei ihm ist keine Enttäuschung möglich, weil er sich nicht in uns täuscht. Er liebt uns einfach. PUNKT! Manche setzen dem ein „obwohl“ oder ein „trotzdem“ vor. Aber das ist falsch!!! Er hat uns erlöst, als wir noch Sünder waren. Die Menschheit, ich und mein Nächster, Sie und Ihr Nächster, du und dein Nächster, stehen alle miteinander und nebeneinander vor dem Richterstuhl Gottes. Nur unser Schöpfer ist berechtigt, ein Urteil zu sprechen. Unser Anwalt ist Jesus, der Messias und Erlöser, der für uns das fällige und berechtigte Todesurteil auf sich genommen hat. Hier zeigt sich, dass das Annehmen meines Nächsten mehr ist als ein Ertragen. Es ist eine Tat, die den Anderen höher schätzt als meine gegenwärtige Verfassung oder Laune. Es zeigt aber auch, dass nicht nur der Andere sondern auch ich gemeint bin. Nicht nur für meinen Nächsten hat Jesus alles gegeben, sondern auch für mich, für Sie, für dich. Ich bin nicht geringer und muss mich auch nicht verleugnen oder geringer machen. Mein Verhalten, dem nächsten Gegenüber, ist ein Ausdruck der Dankbarkeit, die ich Gott gegenüber zum Ausdruck bringe. Wie sehr Gott uns liebt, wird durch die ganze Bibel hindurch sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament eindeutig beschrieben. Viele Gleichnisse Jesu handeln davon, wie wir miteinander umgehen sollen. Dass Liebe mehr als nur ein Gefühl, sondern eine Entscheidung zur Tat ist, wird an vielen Stellen veranschaulicht. Und umgekehrt ist jede Tat, die nicht aus der Liebe heraus geschieht unwahrhaftig, heuchlerisch und scheinheilig. (Paulus hat uns da im 1. Korintherbrief eine genaue „Arbeitsbeschreibung“ übermittelt.)

Das Annehmen, das Lieben meines Nächsten aus Dankbarkeit heraus für das, was Gott für mich getan hat, ist keine Bedingung, keine Pflicht sondern eine natürliche Reaktion. Wenn ich es als wichtig erachte, das Liebesgebot zu leben, dann habe ich verstanden, was Jesus für mich getan hat. Dann ehrt das meinen Schöpfer! Dann kann ich über den eigenen Schatten springen, die zweite Meile - wie in Matthäus 5,41 beschrieben - gehen. In der Bibelübersetzung „Hoffnung für Alle“ ist dieser Abschnitt, der auch von der anderen Wange erzählt, mit „Vergeltung durch Liebe“ überschrieben. Wenn ich mir bewusst und sicher bin, dass Gott mich genauso bedingungslos angenommen hat, i.e. liebt, wie meinen Nächsten, dann wird es zu einem inneren Bedürfnis meine Mitmenschen mit Gottes Augen zu sehen und wertzuschätzen. Dieses Streben wird immer wieder von Scheitern und Versagen begleitet sein. Aber auch deswegen hat Jesus sich ans Kreuz nageln lassen. Solange wir immer wieder zu Ihm umkehren und uns immer wieder an Ihn hängen, ehren wir Gott! Wir müssen uns vor Ihm nicht schämen und können Ihn nicht enttäuschen, denn er kennt uns und liebt uns genauso wie wir sind. So sagt schon Luther: „ Es wird ein Mangel unter uns bleiben, dass wir es nicht vollkommen tun können, wie es Christus getan hat. Er ist die reine helle Sonne, darin kein Nebel ist; dagegen ist unser Licht kaum wie ein angezündeter Strohhalm gegen diese Sonne. Dort ist ein glühender Backofen voll Feuers und vollkommener Liebe; dennoch ist er zufrieden, wenn wir nur ein Kerzlein anzünden und uns ein wenig stellen, als wollten wir die Liebe hervor leuchten und brennen lassen.“ Und an anderer Stelle schreibt er: „Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen. Wenn ich nicht glauben darf, dass Gott mir um Christi willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe,  so ist’s aus mit mir. Ich muss verzweifeln. Aber das lass ich bleiben. Wie Judas an den Baum mich hängen, das tu ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi, wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest. Dann spricht er zum Vater: ‚Dieses Anhängsel muss auch durch. Es hat zwar nichts gehalten und alle deine Gebote übertreten. Vater, aber es hängt sich an mich. Was soll’s! Ich starb auch für ihn. Lass ihn durchschlupfen.‘ Das soll mein Glaube sein.“

 

Möge das Bewusstsein um Gottes Liebe für Sie, für Dich, das Jahr 2015 durchdringen und bereichern!

 

Miriam Hofmann, 2015

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Ich hoffe auf und bitte um das Verständnis der ehrenwerten Leser!

 

 

 

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© M. Hofmann